Die Zahl der E-Mobile ist im Raum Parsberg immer noch überschaubar. Die wenigen Nutzer sind begeistert. Das Problem ist aber weiterhin die Reichweite.

Die Elektromobilität ist in Parsberg angekommen – ein wenig jedenfalls. Aber wenn es auch noch nicht viele „Strompiloten“ im Bereich der Stadt Parsberg gibt, sind dieses wenigen dafür von ihrer Art der Fortbewegung umsomehr überzeugt.

Während Luitpold Fuchs seinen Nissan Leaf erst seit ein paar Wochen fährt, ist Markus Lelonek mit seinem Citroên Saxo Elektro ein echter Elektroauto-Pionier. Denn der heute 31-jährige Eglwanger hatte sich bereits im Jahr 2001, als die E-Mobilität noch überhaupt kein Thema war, einen der 480 produzierten Saxos gekauft.

„Ich interessiere mich schon immer für alles, was mit Strom funktioniert, und mit 16 000 Mark – also umgerechnet 8000 Euro – war der nagelneue Saxo ja auch ein Schnäppchen“, erinnert sich Lelonek, der immer noch nahezu geräuschlos und ohne Abgasgestank mit dem Saxo unterwegs ist.

Rund 35 000 Euro kostet dagegen der nagelneue Nissan Leaf, den Luitpold Fuchs allerdings über das Nissan- Botschafterprogramm für Elektroautos zu günstigen Konditionen geleast hat. Der 50-jährige Parsberger, der sich wegen seines Interesses an ökologischen Kreisläufen auch beim Eine-Welt-Laden engagiert, war vorher mit Rapsöl unterwegs gewesen.

Von Rapsöl auf Strom umgestiegen

Vor acht Jahren hatte er für rund 3000 Euro einen gebrauchten Citroên Berlingo entsprechend umrüsten lassen. „Ich fand es damals einerseits aus ökologischen Gründen reizvoll, mit nachwachsenden Rohstoffen zu fahren.“ Andererseits gefiel ihm der Gedanke, dass damit auch die Wertschöpfung in der Region blieb. Nachdem Fuchs kürzlich für den in die Jahre gekommenen Berlingo einen Ersatz suchte, war es für ihn aus ökologischen Gründen völlig klar, dass es nun ein Elektroauto sein sollte.

Stellen er und Markus Lelonek ihre Fahrzeuge nebeneinander, dann wird sofort deutlich, was sich in den vergangen zwölf Jahren in Sachen Komfort und Alltagstauglichkeit getan hat. In einem der wichtigsten Bereiche allerdings hält sich der Fortschritt in engen Grenzen: „Bei der Reichweite hat sich leider nicht so wahnsinnig viel getan“, räumt Luitpold Fuchs ein.

So kommt Markus Lelonek mit einer Batteriefüllung rund 90 Kilometer weit, bevor er wieder an die Steckdose muss. Beim nagelneuen Nissan Leaf sind es rund 120 Kilometer. Wer allerdings täglich nicht weiter als 100 Kilometer fahren muss, für den sei so ein Elektroauto eine tolle Sache, sagen Fuchs und Lelonek.

Die Firma Elektro Freitag hat seit 2011 eine E-Zapfsäule und seit Mitte des vergangenen Jahres als Firmenwagen auch einen Renault-Elektro. „Wir haben uns die Zapfsäule damals angeschafft, um den Parsbergern einen Ansporn zu geben, sich eventuell ein Elektroauto anzuschaffen, um ein wenig sauberer unterwegs zu sein“, sagt Pressesprecher Jochen Schloemer.

Firma Freitag hat eine E-Zapfsäule

Natürlich habe sich die Firma Freitag deshalb auch ein Elektroauto angeschafft. Für kurze Fahrten innerhalb von Parsberg und der näheren Umgebung werde ausschließlich das Elektroauto benutzt, um die Umwelt nicht durch kurze „Besorgungs- oder Postfahrten“ zu belasten. „Als Elektrounternehmen fühlen wir uns verpflichtet, ein Elektroauto zu fahren und die Umwelt ein Stück, wenn auch nur ein kleines Stück, zu schonen.“

Bisher sei zwar noch kein weiteres Elektroauto geplant, aber so rasant wie die Technologie sich weiterentwickele, werde es bestimmt bald Neuanschaffungen geben, zeigt sich der Freitag-Pressesprecher überzeugt.

Peter Tost – Neumarkter Tagblatt